Tonarme sind ein wichtiger Bestandteil und tragen viel zur Wiedergabe bei

Wie schon in der Rubrik Plattenspieler angemerkt, sind Tonarme ein wichtiger Bestandteil der Kette. Nach meinen Erfahrungen können Sie genauso viel Einfluss nehmen wie das Tonabnehmersystem an sich. Daher gebe ich hier zu verschiedenen Armen und Materialien meine Meinung kund.

Zuerst gibt es 2 grundlegende Ausführungen, den Drehtonarm und den Tangentialtonarm. Der Tangentialtonarm kommt dem Ideal nahe, da die Nadelspitze gerade in der Plattenrille läuft. Der Drehtonarm beschreibt hier einen Kreisbogen und ist an nur 2 Stellen gerade in der Rille. Dazu kann man hier nach mehreren Schablonen einstellen, wo diese Punkte sein sollen.

Ich habe beide Prinzipien ausprobiert und bleibe beim Drehtonarm. Der Tangetialtonarm hat einfach zu viele Nachteile (Thales ausgenommen). Beim Tangentialtonarm fehlen die Rückstellkräfte, die Nadel hat keinen Widerstand und kann somit nicht voll auslenken. Daher klingen diese Arme auch immer schnell, leicht aber ohne kompromisslosen Bass. Bei Tangentialarmen gleitet ein Schlitten über ein Rohr. Entweder per Luft oder Lager. Das funktioniert auch recht gut, jedoch sind immer die Tonarm- oder Luftkabel im Weg, die das Ganze beeinflussen. Umso mehr Technik man hat, umso mehr Variablen und Defekte hat man.

Daher ist der Tangentialtonarm bei mir raus.

Beim Drehtonarm gibt es den Unipivot Arm (eine Spitze liegt in einer Lagerpfanne) und den kardanischen Arm(der Arm wird durch 4 Lager geführt). Unipivot ist einfach herzustellen jedoch lässt der Arm dem System zu viele Freiheiten. Es wird halt nicht starr geführt. Für mich nicht der Ansatz den ich mag, ich benutze nur kardanische Arme.

Ich hatte schon einige Arme verschiedenster Hersteller und es gab immer ähnliche Tendenzen. Ich mag keine Arme mit Karbon oder Holz Schaft. Karbon hat eine Klangfärbung die mir nicht gefällt. Holz klingt mir etwas zu bedeckt, mir fehlen dann Feininformationen. Daher sind für mich Arme von Clearaudio, Pro-Ject oder Reed nicht meine erste Wahl.

SME Tonarme sind auch nicht meines. Die klassischen Modelle gefallen mir von der technischen Umsetzung nicht, die neuen Modelle 300 oder Derivate sind recht langsam in der Wiedergabe.

Jelco gibt es nicht mehr, jedoch haben diese Tonarme auch limitiert, was man an der Räumlichkeit und Durchzeichnung merkt.

Rega ist ein Klassiker. Leider ist hier die Serienkonstanz nicht immer gegeben und klanglich bleiben Sie im Einsteigersegment.

Es gibt dann noch verschiedenste Arme von Morch, Thales, Brinkmann, Well Tenpered... die ich schon gehört habe und zum Teil auch interessant finde.

Welche Arme bevorzuge ich nun?

Als günstigen Arm hat sich der Origin Live Silver als sehr gut herausgestellt. Er kann 1 zu 1 gegen einen Rega Arm ausgetauscht werden, hat jedoch eine bessere Performanz und Serienkonstanz. Ab der MK4 Version auch etwas solider im Armrohr, was sich noch einmal positiv auswirkt. Die teureren OL Arme wie der Illustious sind stärker bedämpft, was für Lyra Systeme gut ist.

Die Überraschung im letzten Jahr waren die Arme von Sorane. Sorane gibt es schon seit 1974 und Sie fertigen für namhafte Hersteller die Arme. Früher für Fidelity Research, heute für Ikeda und Dynavector. Die beiden Modelle TA-1 und SA-1.2 sind sehr gut verarbeitet und klanglich auch ganz weit vorne. Selbst die Verkabelung gibt keinen Anlass zur Kritik. Dafür sind sie sogar recht preiswert. Ich betreibe in diesen Armen Tonabnehmer bis 7.000 Euro, ohne das Gefühl zu haben, dass der Arm limitiert.