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Pass Aleph

Bau einer Pass Aleph als Monoendstufe

Erst einmal danke ich an dieser Stelle den Helfern aus dem www.Audiomap.de und besonders K.Witte. Durch diese Hilfe habe ich mich an den Bau dieser Endstufe gewagt. Bei sorgfältiger Planung und dem Beachten einiger Regeln ist die Umsetzung gar nicht so schwer.
Die Pass Aleph Produkte sind recht einfach nach zu bauen. Also nur Mut und ich kann sagen, es lohnt sich.
Natürlich macht sich jeder als erstes auch die Gedanken zum Gehäuse. Aber bevor ich dieses planen kann, muss ich Wissen, wie groß die Bauteile im Gehäuse werden. Daher plane ich erst das Innenleben und schaue dann, was ich für ein Gehäuse benötige.

Die Bauteile

Die Platine

Was macht eine gute Platine aus?

Nach meiner Meinung sollte sie kompakt sein, keine Störungen durch das Layout entstehen, möglichst keine Übergangswiderstände zwischen den Bauteilen haben und eine einfache Handhabung beim Einbau gewährleisten. Sie kann ruhig fliegend auf einer Lochrasterplatine gefertigt sein. Meine Platine ist 100x75mm klein und doppelseitig mit jeweils 70µm-, also 140µm Leiterbahnen ausgestattet. Dadurch habe ich keinen Verlust an Dämpfungsfaktor und die Ströme bei der Class A Schaltung können ungehindert fließen. Das Layout erstelle ich mit Eagle. Ich ätze meine Platinen selber. Es ist eigentlich sehr einfach, vorausgesetzt es werden ein paar Regeln beachtet. Für Interessierte erkläre ich hier die Vorgehensweise an einer Fotolack Platine von Bungard.

Das Netzteil

Laut Pass soll eine Aleph 5 Stereoendstufe, die in der Leistung ähnlich ist, 100.000µF Siebung erhalten. Da es Monoblöcke werden habe ich pro Block 8x10.000µF und 2x4600µF BC051 eingesetzt. Das wird auf jeden Fall reichen und die BC051 Elkos sind sehr gut, aber noch bezahlbar. Besser sind hier noch die BC156 Elkos. Wer mag kann noch kleine Bypasscondis einsetzten. Hier bieten sich MKP´s mit Max 1µF an, oder kleine KP´s, Styrofex, MCap Supreme……

Das Netzteil baue ich fliegend auf. Ich nehme eine Lochrasterplatine und verbinde die Elkos mit 2mm ² Draht. Dadurch habe ich geringe Verluste, was dem Klang zugute kommt. Durch die Pinbelegung der BC 51 Elkos sind die Leiterbahnen leider nicht gerade. Wichtig ist auch die Resonanzbedämpfung des Netzteils. Die Elkos schwingen mechanisch, was durch anklopfen kontrolliert werden kann. Ich fülle in die Zwischenräume Acrylmasse, die es im Baumarkt als Tube gibt. Acryl hat gegenüber Silikon den Vorteil, dass es wasserlöslich ist, weniger klebt und Resonanzen besser dämpf. Auf dem Foto seht Ihr die schwarze Acrylmasse. Danach ist das Netzteil gegen Schwingungen gewappnet.

Als Trafo nehme ich einen 320VA Ringkerntrafo. Es muss kein geschirmter High-End Trafo sein, aber falls doch kann ich die Trafos von Thel empfehlen.

Nach dem nun diese drei wichtigen Bauteile bestimmt sind kann die Grösse und Form des Gehäuses ermittelt werden.

Das Gehäuse

Es soll eine Aleph mit 150 Watt Verlustleistung pro Monoblock werden.
Bei Max 50°C und angenommener Raumtemperatur von 20°C ergibt sich:
50K-20K=30K

30K/150W=0,2K/W Es muss also pro Monoblock ein 0,2K/W Kühlkörper eingesetzt werden. Ihr könnt natürlich auch zwei 0,4K/W KK nehmen. Die Abmessungen der KK richten sich nach den Bauteilen die Ihr einsetzen wollt. Ich lege mir meine Bauteile immer auf den Boden und messe dann den Platzbedarf aus. So weiß ich, welchen KK ich benötige. Für diese Aleph werden es zwei 30x10x8cm KK. Wichtig für die Funktion des KK ist eine gute Belüftung. Die Rippe müssen senkrecht stehen und sollten zum Untergrund ca. 3cm Luft haben. Über der Endstufe sollte ebenfalls ausreichend Platz vorhanden sein. Der Boden des Gehäuses hat Belüftungslöcher, die am Besten parallel zu den KK angebracht sind. Der Deckel sollte auch Belüftungen aufweisen, ich nehme hier Lochblech. 150 Watt hören sich vielleicht nicht viel an, aber die Bauteile, besonders die Elkos sollten nicht zu warm werden. Als Füsse nehme ich die Lyd I Absorber von Alto-Extremo. Die Front ist reine Geschmacks Sache, meine besteht aus Buchenholz, was ich rundgefräst habe.

Macht euch vor dem Zusammenbau Gedanken zum Innenaufbau. Es müssen alle Löcher gebohrt und Gewinde geschnitten werden, ansonsten heisst es wieder auseinander bauen. Ich verbinde die einzelnen Bleche entweder direkt mit dem KK, oder nehme Aluwinkel aus dem Baumarkt.

Der Zusammenbau

Zuerst bestücke ich die Platine.

Die Auswahl der Bauteilequalität ist jedem selbst überlassen. Pass Himself hat dazu eine klare Meinung. Er nimmt ganz normale Standard Industriequalität. Unten werden noch die für den Klang wichtigen Bauteile aufgeführt. Einige Dinge sollten aber beachtet werden. Alle Angaben beziehen sich auf den Plan der Aleph 4. Die beiden Treiberfets Q1-2 müssen thermisch, aber elektrisch isoliert, miteinander verbunden und selektiert werden. Das selektieren ist sehr einfach und hier gibt es eine Anleitung dazu. Wenn der DC am Ausgang der Endstufe zu groß ist, kann Z5 auch angepasst werden. Parallel zur Z5 Diode sollte ein Kondi mit 0,1-1µF liegen, bei mir ist es ein 0,1µF M-CapS silver oil. Der 680pF Kondi C6 kann entfallen. Durch den 4,75K Widerstand R17 wird der Ruhestrom eingestellt. Hier kann die Temperatur der Endstufe noch beeinflusst werden. Der 453 Ohm Widerstand R 21 regelt dynamisch die obere Stromquelle. Hier kann der Klang der Endstufe noch verändert werden. Ich setzte hier einen 680 Ohm Widerstand ein.

Die Leistungs-Fet´s müssen nicht selektiert werden. Es reicht, wenn sie aus einer Charge kommen. Sie werden direkt auf den KK geschraubt. Für den besten Wärmeübergang wird eine Kaptonscheibe eingesetzt. Ich nehme PBH als Source Widerstände im TO220 Gehäuse. Diese schraube ich mit einer Glimmerscheibe isoliert direkt neben den Fet. Auch MPC71 oder 75 Widerstände sind geeignet. Diese haben leider eine Genauigkeit von + - 10% und sollten selektiert werden. Die Gate Widerstände müssen direkt an den Fet gelötet werden, da sie bei zu langen Leiterbahnen gerne elektrisch schwingen. Da hohe Ströme durch die Class A Schaltung fließen, habe ich diese Bereiche fliegend verdrahtet. Dafür eignet sich jedes Kabel bis 2,5mm². Ich gehe direkt vom Plus des Netzteils auf Drain der oberen Fet-Bank. Von den Source Widerständen auf die Platine und von da wieder auf Drain der unteren Fet-Bank. Von den unteren Source Widerständen auf Minus des Netzteils. Die Verbindung auf der Platine habe ich noch mit 2mm² Draht verstärkt.

Die 220V Stromzufuhr wird von der Kaltgerätebuchse zum Hauptschalter an der Front verlegt. Da nach VDE-Norm diese Leitung doppelt isoliert sein muß, wird sie mit einem Schrumpfschlauch gesichert. Ich habe sie am KK längst, möglichst weit entfernt von den anderen Bauteilen verlegt.

So nun noch alles einbauen und die Endstufe kann nach einer Endkontrolle angeschaltet werden. Dieses sollte erst einmal ohne eine Verbindung zur Box passieren. Ein Voltmeter auf DC gestellt sollte an die Boxenklemmen gehängt werden. Beim Anschalten kann DC bis auf 5 V ansteigen, was nicht kritisch ist. Im Betrieb sollte DC nicht über 100mV steigen, bei mir sind es 30 mV. Danach in die Hifi-Kette einsetzten und am besten ein paar alte Boxe zum Testen anschliessen. Ein tolles Erlebnis, wenn alles geklappt hat. Meine Aleph spielt nun seit ein paar Wochen. Ich war am Anfang etwas enttäuscht, da ich den Klang erwartet habe. Die Aleph spielt alles und das sehr gut, aber ohne Effekthascherei.

Welche Bauteile bestimmen den Klang?
Die Widerstände R2, 3, 5, 7, 8, 9 und 10 können von Dale oder Welwyn sein. Ich nehme alle Widerstände von Dale CMF-55, sie kosten bei Schuro ca. 50 Cent und das ist es mir Wert. Der Eingangskondensator C5 mit 220µF ist klangentscheidend. Dort sollte ein Panasonic FC, Röderstein EKS, Oscon oder Black-Gate N genommen werden. Als Bypass kann ein Black-Gate NX oder ein KP eingesetzt werden. Die 10pF Kondensatoren sollten Glimmer sein. Die Transistoren Q4-5 können normale NPN sein. Ich nehme rauscharme 2SC2547E von Schuro. Wie oben geschrieben nehme ich die besten Widerstände, die PBH Isabellehütte als Source- Widerstände. Für R22-25 nehme ich die MPC71 von Schuro. Die Gleichrichter Dioden sind die RHRP1560 von Schuro. So nun müsste ich alle Bauteile die wichtig sind aufgeführt haben.

Und wie klingen Sie nun?
Die Aleph spielt neutral bis warm. Sie gibt alle Details wieder und ist auch im Bass mit sehr guter Durchzeichnung ausgestattet. Am Anfang ist man enttäuscht, da viel erwartet wird. Aber diese Endstufe spielt ehrlich und sehr gut. Die räumliche Staffelung ist perfekt und mit vom Klang her frischen Boxen eine Traumkombination.

Ich hoffe, ich konnte den Mythos Pass Aleph ein bisschen entkräften und euch hiermit helfen.