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Mini-Master

Nach meiner kleinen Mni-Master Box, die mir viel Freude bereitet hat, wollte ich eine Steigerung bauen. Es sollte eine hochwertige Zweiwege Box mit dem Sequera Hochtöner und einem ATD Hypergraph 130 Prototypen mit Papiermebrane werden. Leider hatte ich wenig Zeit und habe einen Schreiner mit dem Gehäusebau beauftragt. Unten wird nun diese Box vorgestellt.

Das Gehäuse ist aus 19mm MDF-Sperrholz Verbund und bewusst ohne Innenversteifung gebaut worden. Bei dieser Grösse und den geringen Druckbelastungen durch den Tieftöner machen Innenversteifungen auch wenig Sinn. Wichtiger ist eine Absorption von hochfrequentem Schall z.B. Stimmen. Dieses wird durch eine Bedämpfung der Innenwände mittels einem Sandwich aus 4mm Bitumen und 4mm Sperrholz erreicht. Dieses ist effektiver als Sandfüllungen oder Bleikugelmatten und günstiger. Links ist das unbedämpfte- und rechts das bedämpfte Gehäuse. Ebenfalls wurden an der Tieftöner Öffnung innen eine Nut eingefräst und diese mit Filz gefüllt. Dadurch gibt es keine Kantenreflexionen zwischen Tieftöner und Gehäuse.

Und hier nun die fertige Box. Ich war überrascht, wie gut diese Box spielt. Gerade der Stimmenbereich ist sehr gut und die Staffelung der Instrumente passt perfekt. Ein kleiner Referenzmonitor mit High End Ambitionen. Im Augenblick ist es meine Lieblingsbox. Das Bassreflexrohr hat seinen Austritt nach unten. Dadurch können Stimmenanteile nicht durchdringen und der Bass wird gut an den Raum angekoppelt. Natürlich werden nun Boxenfüsse mit 3 cm Höhe benötigt. Ich benutze die Lyd I Absorber von Alto-Extremo, die perfekt zu dieser Box passen.

Mein ATD Hypergraph 130 P/GS unterscheidet sich nur durch die Membrane von dem linken Treiber. Die beschichtete Papiermembran ist genauso steif, aber hat noch weniger Resonanzen, als die Aramid Membran. Auch die Glasschaum Dustkap trägt zu dem sehr guten Signalverhalten bei. Die Parameter sind identisch und ich habe ein exklusives Paar Chassies, was es nur einmal gibt.

Quelle HH 4/2003

Der Sequerra Hochtöner ist schon etwas besonderes. Er spielt sehr natürlich und durch seine zusätzliche Beschichtung mit Sound Varnish von Ultee, die der links abgebildete nicht hat, über 22 KHz hinaus.

Quelle HH 4/2004

Die Messung der Einzelchassies im Gehäuse. Hier ist schon zu sehen, dass es mit wenigen Bauteilen möglich ist, eine sehr gute Abstimmung zu finden. Die beiden Peaks vom Hochtöner bei 12-15 KHz, sind durch die zusätzliche Beschichtung entstanden. Sie werden im Laufe der Zeit weniger werden, aber der Hochtöner spielt durch diese Beschichtung bis über 22 KHz. Wie bei allen Messungen wird der Bassbereich ausgeblendet. Die untere Grenzfrequenz liegt bei ca. 50 Hz.

Die Frequenzweiche besteht aus einem 12 dB Filter für den Hoch- und Tieftöne. Mehr ist bei diesen Chassies nicht nötig. Ein Spannungsteiler vor dem Hochtöner senkt den Pegel, fertig ist die High-End Box. Das Diagramm ist ohne Glättung und auch weit gespreizt dargestellt. Der Frequenzgang differiert gerade mal um 1 dB!

Im Wasserfall Diagramm sind keine ausgeprägten Resonanzen zu sehen.

Auch der Impendanzgang ist fast perfekt und das zeigt die Klasse dieser Box.

Die Weiche besteht aus einem 12 dB Filter für beide Zweige. Im Tiefton wird L1 mit 1mH und C1 mit 10µF eingesetzt. In den Hochton kommt C3 mit 4,7µF und L3 mit 0,33 mH, sowie der Spannungsteiler mit R2 3,3 Ohm und R3 3,9 Ohm. Die Bauteile sind klangentscheidend und daher habe ich mich für die besten entschieden. Im Hochton kommt ein silber öl Kondensator, eine Backlackspule und ein Isabellehütte Widerstand zum Einsatz. Im Tiefton wird eine Tritherm Spule und ein MKP Kondensator eingesetzt. Diese Bauteile sind sehr teuer und kommen noch nicht einmal in den absoluten High-End Boxen vor. Nach der Einspielphase kann die Box nun voll überzeugen. Sie spielt neutral, räumlich perfekt und stellt Stimmen sehr gut dar. Mit dem Dipolsub als Partner ein Erlebnis der besonderen Art.