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Dipol-Subwoofer

Nun ist es auch bei mir endlich so weit. Nach langem Suchen und Testen werden nun die Subwoofer für mein Heimkino gebaut. In die Auswahl kamen ein Eckhorn, Bandpass- oder Dipol-Subwoofer. Ich habe mich für den Dipol entschieden. Zum einen, weil der Platzbedarf gering ist. Ausserdem werden Raummoden nicht so stark angeregt. Der Nachteil ist der geringe Wirkungsgrad. Das stört mich weniger, da ich eine kräftige Endstufe mit 2X800 Watt sin. habe und gleich 4 Subwoofer einsetzte.

Der Tieftöner

Für einen Dipol-Subwoofer muss nun ein passender Treiber gefunden werden. Der Tieftöner sollte ausreichend Fläche besitzen, ein 30cm Chassie ist hier die erste Wahl. Ausserdem muss er genug Hub verkraften und sollte mittelhart auf gehangen sein, da es keine Rückstellkräfte durch ein Gehäuse gibt. Wichtig ist auch eine sehr gute Belüftung, um Strömungsgeräusche zu minimieren. Da ich bei 4 Subwoofern 8 Treiber benötige spielen die Kosten ebenfalls eine Rolle.

Ich habe mich für einen der wenigen sehr guten Tieftöner aus China entschieden. Der Name Chorus Line ist eher nebensächlich. Wichtig sind seine inneren Qualitäten. Eine sehr stabile Alu Membrane mit umgebördeltem Rand. Die Sicke ist aus Gummi und nicht aus Schaumstoff. Die Belüftung ist extrem gut. Die verchromte Magnetrückseite hat zusätzlich zur Polkernbohrung 4 Belüftungslöcher und ist erhöht, damit die Schwingspule nicht anschlagen kann. Der Korb aus Aluguss ist offen gestaltet und die Belüftung hinter der Zentrierung ist vorbildlich. Die Anschlussdrähte sind auf der Zentrierung fixiert, um Kabelbruch zu vermeiden. Ein sehr wertiger Tieftöner, der durchdacht gefertigt wurde.

Parameter:

Rdc: 3.45 Ohm
Z1k: 21.7 Ohm
Z10k: 83.6 Ohm
Fs: 27 Hz
Qes: 0.61
Qms: 6.27
Qts: 0.556
Vas: 49 l
Sd: 475 cm²

Die Parameter des Chassies sind für eine Dipol-Subwoofer sehr gut geeignet. Das Wichtigste ist eine tiefe Resonanzfrequenz, da ein Dipol um 5 Hz unter diese Frequenz kommt und dann ist Schluss. Die anderen Parameter sind eher nebensächlich, da es kein Gehäuse gibt und im Tiefbass Verluste weniger auffallen.

Das Gehäuse

Ich habe mich für einen Ripol entschieden. Das heisst, zwei Tieftöner impulskompensiert in einem Gehäuse.

Die Messungen

Hier nun das Gehäuse im Rohzustand. Oben sind die Vorder- und RĂĽckseite zu sehen. Die vordere Ă–ffnung sollte ca. 1/3 bis 1/2 der Fläche der Tieftöner betragen. Ich habe mich fĂĽr die grössere Ă–ffnung entschieden, da mir der Wirkungsgrad nicht so wichtig ist, ich werde insgesamt 4 Subwoofer bauen. Durch die grössere Ă–ffnung werden Kompressionsgeräusche vermieden. Hinten ist die Ă–ffnung durch die Bautiefe des Tieftöners vorgegeben. Wichtig ist auch die freie BelĂĽftung fĂĽr die Polkernbohrung, diese darf nicht verdeckt werden. Auch ein Argument fĂĽr diesen Tieftöner, da er ein vercromtes Magnetsystem hat, was eine schöne Optik erzeugt. Ebenfalls sind die kompakten Masse von B/H/T 46x35x35cm ein Vorteil dieses Bauprinzips.

Die Messung des Frequenzgangs ist bei Subwoofern schwierig, da Raummoden das Signal verfälschen. Ich habe an der vorderen und hinteren Ă–ffnung gemessen. Der F-Gang ist annähernd gleich, nur vorne lauter, da beide TT gemessen werden. Normalerweise steigt der F-Gang bei Dipol Subwoofern mit 6dB pro Oktave an. Da dieser TT im F-Gang abfällt wird diese Eigenart hier kompensiert. Eine andere Eigenart dieses Bauprinzips ist die Ăśberhöhung bei 200 Hz. Diese muss passiv, oder Aktiv kompensiert werden. Ich nehme dazu die Aktivweiche Ultradrive 2096. Die Grenzfrequenz liegt bei ca. 20 Hz.

Die Impendanzmessung hat bei diesem Gehäuse keine Aussage, da es eigentlich kein Gehäuse gibt. Interessant ist nur die untere Impendanz bei 3,3 Ohm.

Und wie klingt er nun?
Tief, sauber, unauffällig, gut. Was soll ich sonst noch schreiben?